Ingeborg Esenwein-Rothe

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Ingeborg Esenwein-Rothe

beitrag anhören in der audiothekIngeborg Esenwein-Rothe gilt über Jahrzehnte hinweg als führende Vertreterin der Wirtschaftsstatistik. Die akademische Karriere der späteren Professorin beginnt in Sachsen. Als erste Frau lehrt die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin ab 1947 an den Technischen Lehranstalten Chemnitz.



Erste Dozentin und Wirtschaftsprofessorin

Ingeborg Esenwein-Rothe

1911-2002

Ingeborg Rothe stammt aus einer wohlhabenden Chemnitzer Familie, ihr Vater ist der Konsul und Bankier Alfred Herrmann Rothe.

Gebäude der Technischen Lehranstalten Chemnitz, ca. 1950
Gebäude der Technischen Lehranstalten Chemnitz, ca. 1950

1928 entschließt sich die junge Frau zunächst, Sprachen und Musik am Konservatorium Lausanne in der Schweiz zu studieren. Nach ihrer Rückkehr widmet sich Ingeborg Rothe einem anderen, für sie jedoch naheliegenden Berufsfeld: Im väterlichen Unternehmen absolviert sie eine Banklehre.
Ab 1933 studiert die ehrgeizige Bankierstochter an den Universitäten Rostock, Würzburg, Berlin und Leipzig Musik und Volkswirtschaftslehre. Die nächste Stufe auf der akademischen Leiter erklimmt Ingeborg Rothe schon 1938, als sie mit der Arbeit „Die Wirtschaftsstruktur des erzgebirgischen Dorfes“ an der Universität Leipzig promoviert wird. Es folgen Stellen bei der Industrie- und Handelskammer Leipzig und beim Landwirtschaftsamt Salzburg. Nach 1945 kehrt sie in ihre alte Heimat zurück. Im Mai 1947 wird sie als erste weibliche Lehrkraft an den Technischen Lehranstalten Chemnitz (heute: TU Chemnitz) eingestellt, wo sie das Fach Volkswirtschaftslehre unterrichtet.

1948 heiratet die Dozentin Dr. Hermann Esenwein. Zusammen zieht das Ehepaar zwei Jahre später in die BRD, wo Ingeborg Esenwein-Rothe an der Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft Wilhelmshaven lehrt. 1954 habilitiert sich die Wissenschaftlerin an der Universität Münster. Damit legt sie die Grundlage für eine Professur, zunächst an der Hochschule Wilhelmshaven, später an der Universität Erlangen-Nürnberg. 1976 wird die Professorin emeritiert, noch 1986 verleiht ihr die Universität Trier die Ehrendoktorwürde. Während ihrer langen akademischen Karriere legt Ingeborg Esenwein-Rothe über 100 Publikationen vor, darunter ein international bekanntes Standardwerk zur Einführung in die Demographieforschung. 2002 verstirbt die Wirtschaftswissenschaftlerin in der Nähe von Nürnberg.

Fotonachweis: Wikimedia Commons (1); Universitätsarchiv Leipzig (2); Universitätsarchiv Chemnitz (3); Universitätsarchiv Erlangen-Nürnberg, Bischof & Broel, Nürnberg (4)

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