Lea Grundig

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Lea Grundig

beitrag anhören in der audiothekDie Künstlerin Lea Grundig wird 1949 die erste Frau im Professorenamt an der Staatlichen Kunsthochschule Dresden – gegen den Willen des Rektors. In der DDR avanciert Lea Grundig zu einer der erfolgreichsten Künstlerinnen.


Erfolgreiche Malerin und Kunstprofessorin

Lea Grundig

Lea Grundig, Sächsische Schweiz, 1962, Aquarell
Lea Grundig, Sächsische Schweiz, 1962, Aquarell

1906-1977

Von 1922 bis 1924 studiert Lea Langer an der Kunstgewerbeakademie Dresden, 1925 wechselt sie an die Kunstakademie. Zu Lea Langers frühen Förderern gehört der Maler Otto Dix. Die Kunststudentin engagiert sich auch politisch: 1926 wird sie Mitglied der KPD. Nach dem Ende ihres Studiums heiratet sie ihren ehemaligen Kommilitonen Hans Grundig und arbeitet als Malerin und Grafikerin.
Von den Nationalsozialisten wird Lea Grundig aufgrund ihrer jüdischen Herkunft und politischen Einstellung verfolgt. 1935 wird sie mit Ausstellungsverbot belegt. Nachdem sie mehrere Haftstrafen erleiden muss, emigriert sie im Jahr 1939 über die Slowakei nach Palästina. Erst zehn Jahre später kehrt sie nach Dresden zurück, wo sie einen Lehrauftrag an der 1947 wiedereröffneten Dresdner Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (vorher: Staatliche Kunsthochschule Dresden) erhält, deren erster Rektor ihr Mann Hans ist.

Am 8. September 1949 wird Lea Grundig zur Professorin für Grafik und Malerei berufen – gegen den Widerstand des Rektors Mart Stam, Hans Grundigs Nachfolger im Rektorenamt. Der ehemalige Bauhaus-Dozent und reformorientierte
Architekt hält Lea Grundig für künstlerisch und pädagogisch ungeeignet. Als langjährige Kom- munistin und Verfolgte des NS-Regimes war Lea Grundig bei der Stellenbesetzung vom Ministerium für Volksbildung im Land Sachsen bevorzugt berücksichtigt worden. Sie geht unbeschadet aus den Einstellungsquerelen hervor, während Mart Stam Dresden wieder verlässt. Als Künstlerin und Dozentin genießt Lea Grundig in der DDR großes Ansehen, mehrere große Ausstellungen sind ihr gewidmet. Ab 1964 ist sie Mitglied des Zentralkomitees der SED. 1977 stirbt Lea Grundig während einer Mittelmeer-Schiffsreise.

Fotonachweis: Archiv der Hochschule für Bildende Künste Dresden (1, 3, 4); Aquarell, VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Stefanie Recsko (2)

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