Ethel Smyth

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Fast hätten ihre Eltern ihr eine einzigartige Karriere verbaut. Nur durch Hartnäckigkeit erreicht Ethel Smyth, dass sie doch noch am Königlichen Konservatorium der Musik im fernen Leipzig studieren darf. Das Ausnahmetalent widmet sich später dem Schreiben und der Politik. Auf Seite der Suffragetten kämpft sie in England für Frauenrechte.


Komponistin und Frauenrechtlerin

Ethel Smyth

1858–1944

1858 in Sidcup bei London geboren, wächst Ethel Smyth in einem vermögenden Elternhaus auf. Durch eine ihrer Gouvernanten, die am Leipziger Konservatorium studiert hatte, kommt Ethel schon früh in Berührung mit klassischer Musik – und auf die Idee, ebenfalls in Deutschland Musik zu studieren. Ihre Eltern sind strikt dagegen: Musik ist zu dieser Zeit kein angemessenes Karriereziel für Mädchen ihres Standes. Ethel Smyth zeigt sich rebellisch, sie tritt in den Hunger- streik. Aus Sorge um ihre Tochter geben die Eltern schließlich nach. Ethel Smyth kann 1877 ihr Studium am Königlichen Konservatorium der Musik zu Leipzig (heute: Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“) in Leipzig beginnen, wo die junge Engländerin unter anderem Unterricht in Klavierspiel und Komposition erhält.
In Leipzig kommt sie in Kontakt mit Clara Schumann, Max Friedländer, Edvard Grieg und Johannes Brahms.

Sowohl in England als auch in Deutschland kann sie Erfolge als Komponistin feiern. Immer wieder begegnet Ethel Smyth aber auch männlichen Vorurteilen, oft fühlt sie sich als Außenseiterin in der Welt der klassischen Musik. Wohl auch deshalb engagiert sich die Komponistin bei der englischen Frauenrechtsbewegung, die sie sogar musikalisch durch eine Hymne unterstützt. Für ihre Teilnahme an den Protesten muss Ethel Smyth 1912 für zwei Monate ins Gefängnis.
In diesen Jahren widmet sich Ethel Smyth vermehrt dem Schreiben. In ihren autobiografischen Werken deutet sie ihre eigene Homosexualität an. Mit Virginia Woolf verbindet Ethel eine intensive Freundschaft. Trotz fortschreitender Schwerhörigkeit setzt die Engländerin ihr musikalisches Schaffen fort. Am Ende ihres langen Lebens hat sie sechs Opern, mehrere orchesterbegleitete Chorwerke, Sonaten für kammermusikalische Besetzungen sowie 20 Lieder mit unterschiedlichen Instrumentalbegleitungen komponiert.

Fotonachweis: Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, Bibliothek/Archiv (1, 2); Wikimedia Commons (3)

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